Keine Ahnung vom Klima, aber trotzdem skeptisch

Um es gleich vorweg klarzustellen: ich habe keine Ahnung von Klimatologie.

Mein Wissen reicht gerade so weit, dass ich weiß, was „Klima“ ist und es nicht mit „Wetter“ verwechsele, was offenbar häufig passiert und Klimatologen nach deren Bekunden die Haare raufen lässt. Daher habe ich mich da firm gemacht. Ansonsten interessiert mich Klimatologie so wenig wie viele andere akademische Nischenfächer.

Angesichts des seit Jahren heiß diskutierten Klimawandels und dessen apokalyptische Auswirkung auf die globale Zukunft mag es ketzerisch erscheinen, so ungeniert eigene Ignoranz und Desinteresse zuzugeben. Aber ich nehme an, dass in Wahrheit die meisten anderen Mitmenschen ebenso wenig Ahnung haben wie ich und genau so wenig Interesse, an ihrer Unwissenheit etwas zu ändern. Sie wollen es aus gegebenem Grund nur nicht zugeben.

Natürlich habe ich, wie jeder normale Mensch, ein massives Interesse daran, dass unsere Welt erhalten bleibt. Und deswegen halte ich es für gut und richtig, wenn Gefahren erkannt und kommuniziert werden, und schließlich Fachleute Lösungen entwerfen, die dann in geeigneter Weise durch die Politik umgesetzt werden. So wie in „Deep Impact“.

Da ich schon ein paar Jahrzehnte auf der Welt bin, habe ich bereits das „Waldsterben“ und das „Ozonloch“ hautnah miterlebt, und auch, wie diese zunächst als „unausweichlich das Ende bedeutend“ medial verkauft wurden. Jüngere Generationen kennen die beiden einst so gefürchteten Ereignisse gar nicht mehr. Für sie ist auch normal, dass es Fische im Rhein gibt.

Von daher hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten damit, die Erwartung zu erfüllen, mit Hysterie auf das nächste apokalyptische Szenario „Klimawandel“ zu reagieren. Ich habe mich bereits in meiner Jugend bei Waldsterben und Ozonloch verausgabt und am Ende hat sich doch alles gerichtet. In der Verhaltensbiologie nennt man das Habituation. Irgendwann hört man auf zu kreischen, wenn die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird und man wartet erst einmal ab, was rauskommt.

Natürlich habe ich versucht, grundsätzlich nachzuvollziehen, was es mit diesem Klimawandel auf sich hat und warum das schlecht ist. Ich las, dass in den Industriestaaten durch Verbrennung fossiler Energieträger der CO2-Ausstoß sukzessive ansteigt und dadurch einen Treibhauseffekt auslöst, der zu einer globalen Erwärmung führt, der messbar ist.

Seltsamerweise hatte ich in den 80ern noch gelernt, dass es eine globale Abkühlung gibt, eine neue Eiszeit droht, verursacht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle, deren Rußpartikel die Sonnenwärme daran hindern, durch die Erdatmosphäre zu dringen. Katastrophe auf Raten. Kommt eine neue Eiszeit? SPIEGEL 33/1974

Politischer Hintergrund soll damals gewesen sein, dass Atomkraft forciert werden sollte, nicht zuletzt deswegen, um die Macht der Bergarbeitergewerkschaften in Großbritannien unter Thatcher zu brechen, die sie für kommunistische Vereinigungen hielt.

Seit ca. 15 Jahren ist nun die globale Erwärmung im Fokus. Genauer gesagt: die menschengemachte Erwärmung durch den CO2-Ausstoß der Industriestaaten. Stutzig machte mich schon früh, dass Wissenschaftler, die zwar nicht die Erwärmung bestritten, aber andere Ursachen wie z. B. die Sonnenfleckenaktivität in Spiel brachten, sich darüber beklagten, dass sie auf persönlicher Ebene angegriffen und als Forscher diskreditiert wurden, ohne dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihren Forschungsergebnissen stattgefunden hätte.

Offenbar geht es also gar nicht vorrangig um die globale Erwärmung an sich, sondern um den menschengemachten Klimawandel, genauer gesagt, um die Verursacher desselben, nämlich die Industriestaaten, die zufällig überwiegend zu dem gehören, was wir heute als „westliche Welt“ bezeichnen. Deutlicher wird es, wenn man betrachtet, wer als „Opfer“ des Klimawandels dargestellt wird. Um es auf den Punkt zu bringen, lautet das gängige Narrativ, dass „westliche Länder“ durch ihren rücksichtslosen Raubbau bewirken, dass benachteiligten Entwicklungsländern die Lebensgrundlage entzogen wird. Ganz aktuell gibt es bereits die ersten anerkannten „Klimaflüchtlinge“ aus Afrika und man droht mit Millionen und Abermillionen weiteren, sollten die Industriestaaten sich nicht de-industrialisieren.

Wer sich in irgendeiner Weise dem gängigen Narrativ zu entziehen versucht, sei es,

dass er die globale Erwärmung an sich als Fake abtut,

dass er sie zwar anerkennt, aber die menschliche Urheberschaft ganz oder auch nur teilweise bezweifelt

oder dass er auch nur andere Lösungsansätze als die De-Industrialisierung vorbringt

oder sogar Chancen in der Erwärmung sieht,

der macht sich Feinde.

Klimaskeptiker“ ist die Bezeichnung für all jene, die aus den verschiedensten Gründen nicht mitmachen. Dabei interessieren die einzelnen Gründe gar nicht. Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Somit ist Wissenschaft tot. Sie wurde durch Ideologie ersetzt, in der es „Gläubige“ und „Ungläubige“ gibt.

Wie eingangs gesagt, ich habe keine Ahnung von Klimatologie. Wie (meine Behauptung) die meisten anderen, einschließlich der Politiker und Medienmacher, auch nicht. Das wäre kein Problem, solange es den Fachbereich Klimatologie noch gäbe und er nicht ersetzt worden wäre durch Klimaideologie.

Klimaskeptikern“ wird unterstellt, dass sie Nutznießer und Büttel der Ölindustrie seien.

Wenn ich mir ansehe, wie sich die „Klimagläubigkeit“ politisch und gesellschaftlich ausgewirkt hat, wer finanzieller Nutznießer ist und wer politisch profitiert („cui bono?“), dann sind es sog. „Grüne“, die sich materiell am EEG auf Kosten der Privathaushalte bereichern und politisch über das schlechte Gewissen der weißen Kolonialisten ihren Traum von der Bio-Agrargesellschaft durchdrücken. Von Klimatologie haben sie sicher keine Ahnung.

Ja, ich bin „Klimaskeptiker“. Nicht dass ich beurteilen könnte, was zum Teufel sich bezüglich des globalen Klimas abspielt. Aber ich bin skeptisch, was hier für ein Spiel gespielt wird, und worauf das hinauslaufen soll.

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