DARUM geht der Nobelpreis fast nie an Muslime, Frau Kaddor

In einer Kolumne auf t-online fragt die Islamlehrerin Lamya Kaddor, warum der Nobelpreis fast nie an Muslime geht.

Warum geht der Nobelpreis fast nie an Muslime?

 

Diese Frage ist recht einfach zu beantworten:

Gläubige Muslime sind Kreationisten. Sie glauben daran, dass Allah den Menschen und die (flache) Erde erschaffen hat und auch darüber entscheidet, ob man lebt oder stirbt. Damit sind sie für eine Forschungskarriere in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie und Medizin eher nicht prädestiniert. Und haben eher keine Aussicht auf einen Nobelpreis. Dies haben sie übrigens mit gläubigen Christen gemein.

Es könnte allerdings auch sein, dass Lamya Kaddor einem eher politisch-islamistischen Muslimbegriff folgt, nach dem Muslim eher als Nationalität, als Zugehörigkeit zur islamischen Umma, definiert ist, und weniger nach der Frequenz der Moscheegänge.

Als Hinweis darauf ließe sich werten, dass sie die diesjährigen Nobelpreiskandidaten als US-Amerikaner, Schweizer und Briten bezeichnet und den Muslimen und der „islamischen Welt“ aka Umma gegenüberstellt, offenbar annimmt, dass sich zwischen ihnen keine Überschneidungen finden lassen: Entweder Muslim (aus der islamischen Welt) oder Ami (aus der westlichen Welt) also.

Unklar bleibt, welchen Zweck es haben könnte, Jahrhunderte zurückliegende islamische Errungenschaften ins Spiel zu bringen, um das Fehlen muslimischer Nobelpreisträger heute zu beklagen. Auch Kopernikus hat nie einen Nobelpreis erhalten, obwohl er ihn sicherlich verdient hätte. Aber damals gab es keinen Nobelpreis. Muslime hätten den damals vielleicht gleich miterfinden sollen, dann sähe die Lage heute wohl anders aus.

Auch dass der islamisch-osmanische Erfinder Taqi al-Din bereits im 16. Jahrhundert die Dampfmaschine „beschrieben“ hat, ist zwar interessant, aber es wäre beeindruckender, wenn er sie auch gebaut und eine Industrialisierung auf den Weg gebracht hätte. Dies ist offenkundig nicht geschehen. Auch Leonardo da Vinci war seiner Zeit weit voraus, hat viele Dinge „beschrieben“, die allerdings erst wesentlich später realisiert und genutzt wurden. Auch er ist übrigens als Nobelpreisträger leer ausgegangen.

Der mutmaßliche Zweck ist wohl, nachzuweisen, dass es nicht am Muslim selbst liegt, dass er heute im Wissenschaftsbetrieb eher als Kolibri (seltener Vogel) auftaucht. So deckt Lamya Kaddor auf, dass westliche und vor allem US-amerikanische Forschungseinrichtungen finanziell wesentlich besser ausgestattet sind als der Rest der Welt und es daher nur natürlich sei, dass sie wissenschaftlich besser abschneiden, ohne tatsächlich schlauer zu sein. Mit Kultur und Religion habe dies also nichts zu tun, nur mit dem schnöden Mammon.

Nun könnte man einwenden, dass es sehr wohl etwas mit der Kultur zu tun hat, wenn es um die Entscheidung geht, für wie wichtig Bildung und Forschung erachtet werden, wie viel Geld man dafür einsetzen will.

Aber Lamya Kaddor stellt klar, dass die islamische Welt in weiten Teilen in Kriegstrümmern liegt und durch politisch und wirtschaftlich schwere Zeiten geht, so dass sie gar nicht in Bildung investieren könnten, selbst wenn sie es wollten. Ich nehme nicht an, dass sie diesen Status Quo auf muslimisches Wirken zurückführt, sondern dieser Einwand quasi die Ungerechtigkeit noch betont, dass westliche Länder sich mit Nobelpreisen brüsten, andererseits aber mit ihrer -imperialistischen Kriegstreiberei- verantwortlich für das Hinterherhinken der islamischen Welt sind.

Ich weiß nicht, ob Lamya Kaddor dies selbst glaubt, oder nicht eher beim Schreiben in sich hineingekichert hat, sowie ich beim Lesen.

Erst letzte Woche durften wir erfahren, dass sich bei der Ankunft des saudischen Königs in Russland eine Panne ereignete. Als er aus seinem Privatjet steigen wollte, streikte seine goldene Rolltreppe, so dass er ganz profan Treppen steigen musste: König Salman muss laufen

In der islamischen Welt herrscht aufgrund der Ölvorkommen ein schon als obszön zu bezeichnender Reichtum. Der zugegebenermaßen nicht sozialistisch verteilt wird. Und der in goldene Rolltreppen anstatt in Forschungseinrichtungen investiert wird. Oder im Aufkauf westlicher Industriezweige mitsamt Knowhow und meist westlichen Fachkräften, mit und ohne Nobelpreis.

Eine Frage der Kultur?

Wobei, es stimmt ja nicht, dass es keine renommierten Universitäten in der islamischen Welt gibt. Die Al-Azhar-Universität in Ägypten ist weltweit führend. Im Bereich der Koranexegese. Dafür gibt es nur leider (noch) keinen Nobelpreis.

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