Islamfeiertage, oder wie aus Wahlkampfgetöse Profit geschlagen wird

Am 09.10.2017 trat Innenminister Thomas de Maizière in Wolfenbüttel auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung für die niedersächsische Landtagswahl auf. Dort äußerte er einen Satz, der medial seitdem hohe Wellen geschlagen hat:

„Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen.“

Man kann sich fragen, was ihn zu dieser Äußerung bewogen hat, wo doch Wolfenbüttel fest in christlicher Hand ist, der Moslemanteil bei ca. 2% liegt, sie gerade einmal eine einzige Moschee haben.

Die Antwort wird deutlich, wenn man sich den Video-Mitschnitt seiner Rede ansieht:

De Maizieres Wahlkampfrede in Wolfenbüttel

Es ging ihm also gerade nicht darum, dringend einen Islamfeiertag einzuführen, sondern ganz im Gegenteil die christliche Prägung Deutschlands aufrechtzuerhalten. Nur in Gegenden, in denen es -anders als in Wolfenbüttel- einen hohen Moslemanteil gibt, meint er (um des lieben Friedens Willen) solche Vorschläge zumindest diskutieren zu können.

Offenbar re-agiert er hier eher auf entsprechende Forderungen seines politischen Herausforderers. So hält Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor dem Hintergrund des seit 2006 verhandelten Staatsvertrags mit den Islamverbänden DITIB und Schura einen staatlich anerkannten muslimischen Feiertag für denkbar.

Natürlich lässt es sich Islam-Funktionär Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime nicht nehmen, diesen medialen Sturm im Wasserglas als Steilvorlage für seine langjährige Forderung nach der Einführung von islamischen Feiertagen zu nutzen. Er liefert direkt konkrete Vorschläge, welche Feste sich besonders eignen würden: das Fastenbrechenfest nach dem Ramadan und/oder das Opferfest.    Laut einschlägigen Seiten ist das Opferfest das höchste islamische Fest. Hier feiert man, dass Abraham auf Allahs Geheiß seinen eigenen Sohn doch nicht töten musste, indem man stattdessen Tiere schlachtet. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Anblick wie erhofft tatsächlich Verständnis zwischen den Kulturen fördert.

Islamlehrerin Lamya Kaddor hingegen lehnt den Vorstoß ab, hält ihn „im Moment“, da Moslems erst 5-6% stellen, für unangebracht. Sie sieht den Weg zunächst einmal über die Schaffung eines Einwanderungsministeriums, um Deutschland weiter zu „verändern“, das Christentum weiter zu marginalisieren, um schließlich ganz neu die Karten zu mischen. Sie gibt sich also nicht mit bloßen Symbolen zufrieden, sondern will das Fundament angehen. 

Fazit ist also, dass im Wahlkampf die beiden Volksparteien einen Knochen fallengelassen haben, der zielsicher von den Medien und den Islam-Aktivisten aufgenommen und weiter zerkaut wird. Die einen für die Auflage, die anderen quasi auch.

 

 

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