Rassismus und dessen Transzendenz durch den Rechtsstaat

Heutzutage erscheint es so, als ob das übelste Schimpfwort, dass man sich einfallen lassen kann, „Rassist“ ist. Derart Beschimpfte sehen sich regelmäßig bemüßigt, sich schnellstmöglich davon zu distanzieren, um zumindest halbwegs heil in der sozialen Gesellschaft bleiben zu dürfen. Ein Rassist, so scheint es, hat jegliche Legitimation als menschliches Wesen verloren. „Es darf natürlich geschossen werden“, denn der Rassist würde ja auch schießen. Auf Schutzbedürftige zumal.

Was ist Rassismus?

Laut Definition ist Rassismus die Zuschreibung negativer Eigenschaften aufgrund der Zugehörigkeit zu einer anderen Ethnie. Man spricht hier von Vorurteilen, die zu Hass führen.

Eine kleine Exkursion in die Sozialpsychologie:

Es entspricht typisch menschlichem Verhalten, als soziales Wesen Gruppen zu bilden. Gruppen konstituieren sich dadurch, dass man sich einer Ingroup zugehörig fühlt, und sich von einer Outgroup unterscheidet.

In der Ingroup wird, jenseits des Zusammengehörigkeitsgefühls, eine Heterogenität akzeptiert: man gehört zwar zusammen, aber die einzelnen Mitglieder unterscheiden sich voneinander.

Die Outgroup, also jene, „die nicht zu mir gehören“, werden als homogen betrachtet: die sind alle gleich. Und was an denen „gleich“ ist, gehört in den Bereich der Vorurteile.

Vorurteile an sich entstehen jedoch nicht aus dem Nichts heraus, sondern aus Erfahrungen aus Begegnungen mit dem anderen, die dann verallgemeinert werden. Diese müssen nicht einmal selbst gemacht worden sein, sondern können auch durch Mitglieder der Ingroup tradiert werden. Sie sind also nicht per se substanzlos, sondern sind Ausdruck von Erfahrungen, die in dieser Gruppe gemacht wurden.

Natürlich sind solche Vorurteile fehlerbehaftet, da sie Rückschlüsse aus einzelnen Begegnungen beinhalten und nicht das Ganze zeigen. Andererseits sind Vorurteile überlebenswichtig, um nicht in potentielle Gefahren naiv hinein zu rennen.

Von daher haben Vorurteile und daraus resultierender Rassismus eine evolutionäre Berechtigung. Man kann einfach nicht vorurteilsfrei leben, negative Erfahrungen als „Einzelfall“ ausblenden und abwarten, was passiert. Weltoffene Naivität ist eine evolutionäre Sackgasse. Auf die Idee kann nur eine Gruppe kommen, die in friedlichen Zeiten aufgewachsen ist und nicht weiß, was Krieg ist und wie leicht Gewalt explodieren kann.

Vorurteile, Rassismus, Skepsis gegen das Fremde, all das sind evolutionäre Ergebnisse, zutiefst menschlich und somit normal.

Eine zivilisatorische Kulturleistung ist es, die Skepsis der Ingroup nicht darin münden zu lassen, in Eigenregie Pogrome zu veranstalten, sondern eine höhere Gewalt zu installieren, die zwischen realer Bedrohung und unzulässiger Verallgemeinerung zu unterscheiden weiß. Die Angriffe der Outgroup abzuwehren im Stande ist, sie aber auch vor Angriffen schützen kann.

In der Zivilisation haben wir das Recht auf Gewaltausübung dem Staat übertragen.

So gibt es natürlich weiterhin Rassisten. Aber sie haben keine Legitimation, für sich zu agieren, sondern haben ihr Verteidigungsinteresse an den Staat übertragen. Wer das nicht akzeptiert, wird abgeurteilt. Fatal ist, wenn der Rechtsstaat scheitert, die Schutzinteressen nicht mehr gewahrt erscheinen. Wenn der zivilisatorische Vertrag gekündigt wird, dass nur der Staat gewaltberechtigt ist.

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Nation: Bundesland, Deutschland, EU, Welt?

Der heutige Tag der deutschen Einheit wird offiziell in Mainz begangen. Hier stellen sich die 16 Bundesländer in ihren kulturellen Eigenheiten dar. Offenbar haben also diese 16 Bundesländer jeweils Eigenheiten, die sie von den anderen Bundesländern unterscheidet.

Zusammenfassend nennt man den Zusammenschluss der 16 Bundesländer „Deutschland“.

Irritierend in diesem Zusammenhang sind eine Reihe von Begleiterscheinungen.

So stellte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), fest, dass „eine spezifisch deutsche Kultur, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“ sei.

Zwar vermute ich, dass heute in Mainz Deutsch die Verkehrssprache sein wird. Anders als Özoguz gehe ich allerdings davon aus, dass dort noch etwas mehr „Spezifisches“ geboten wird, was man bspw. im Sudan oder in Nicaragua eher nicht findet. Wahrscheinlich noch nicht mal in Dänemark oder Italien. Allenfalls als deutsche (!) Importware oder in deutschen (!) Expat-Enklaven.

Zudem erinnert der Tag der Deutschen Einheit daran, dass wir eine Bundesrepublik sind, ein Zusammenschluss von sich kulturell unterscheidenden Bundesländern, die sich insgesamt als eine Einheit, eine Nation empfinden.

Die offizielle Hymne ist demzufolge natürlich nicht die deutsche Hymne, zur Feier, dass 16 kulturell unterschiedliche Länder sich zu einer Einheit zusammengeschlossen haben, sondern die EU-Hymne.

Die anderen EU-Länder sind natürlich nicht mit ihren kulturellen Eigenheiten und föderativen Errungenschaften vertreten, aber es widerspräche doch dem Narrativ der Internationale, etwas so Nationalistisches wie das Gelingen eines deutschen föderalen Nationalstaates zu feiern. Das würde nur den Nationalisten in die Hände spielen, und immerhin soll ja „Nationalismus raus aus den Köpfen“.

Während wir noch immer dem Zusammenwachsen der EU harren, darf man derzeit in Spanien betrachten, was es bedeutet, wenn eine Nation zusammenbricht. Da wäre es den Internationalisten doch lieber, dass zumindest die spanische Nation als solche zusammenbleibt, als dass sie in viele kleine Einzelstaaten zerfällt und die Bemühungen um das große Ganze implodieren.

Eine funktionierende Nation, die sich aus mehreren kulturell unterschiedlichen Ländern zusammensetzt und sich als Solidargemeinschaft empfindet, ist der menschliche Goldstandard.

Natürlich kann man von „One world, one nation“ träumen, aber es ist eben nur ein Traum, eine Ideologie. In der Realität sollte man Nationen hegen und pflegen, kulturelle Identitäten schützen anstatt abwerten. Wer weiß, wie sich auf dieser Basis dann weitere Zusammenschlüsse ergeben?

Ganz sicher wird das nicht funktionieren, indem man mit dem Holzhammer „multikulti“ einhämmert, Natives damit beleidigt, dass sie keine eigene Kultur hätten und durch Resettlement eine Agenda verfolgt, Indigene zur Minderheit unter vielen zu machen.

Damit erreicht man lediglich eine Entsolidarisierung, einen Rückschritt in das Kleinteilige, in den Clan, in die Kernfamilie. Also das genaue Gegenteil, was Internationalisten eigentlich im Sinn gehabt haben.

Wie ich vom „Israelkritiker“ zum „Islamhasser“ wurde

Bis zum Sommer 2014 gehörte ich zu denen, die man als „Israelkritiker“ bezeichnet. Natürlich habe ich das „Existenzrecht Israels“ nie angezweifelt, aber doch Kritik geübt an der Vorgehensweise gegenüber den Palästinensern. Auf die Frage, ob ausgerechnet ein Deutscher Israel kritisieren darf, habe ich stets geantwortet, dass es sogar ein Muss sei, Kritik zu äußern, wenn aus der Geschichte gelernt worden sei. Kritik dann, wenn ein Staat sich wie Nazideutschland aufführt, wohlgemerkt. D. h., ich habe, wie viele heute, die Ansicht vertreten, dass die Israelis sich den Palästinensern gegenüber wie die Nazis gegenüber den Juden und anderen Minderheiten aufführten.

Abgesehen davon, dass diese Haltung -gerade aus Deutschland- unfassbar ignorant ist und faktisch beweist, dass NICHTS aus der Geschichte gelernt wurde, stellt sich auch die Frage, wie ich überhaupt zu dieser Überzeugung gekommen bin. Und wie ich sie abgelegt habe.

Ignorant ist diese Haltung, weil kein Unterschied zwischen Opfer und Täter gemacht wird. Aus der Perspektive des Täters sollte selbstredend aus der Geschichte folgen, dass es falsch ist, einer Ideologie folgend Menschen danach zu selektieren, ob sie lebens- oder lebensunwertes Leben repräsentieren. Und natürlich kann man nur hoffen, dass die Menschheit insgesamt diesen Lernprozess irgendwann einmal abgeschlossen hat.

Aus der Perspektive der Opfer allerdings ist es nur folgerichtig, einen eigenen Staat zu verlangen, diesen dann mit allem was man hat zu verteidigen, um niemals wieder in die Opferrolle zu geraten und einen sicheren Hafen zu haben, in dem man zudem seine eigene Kultur leben kann. Gerade Linken sollte diese Idee nicht ganz unbekannt sein, da sie in der Regel den Kampf der Kurden für eine eigene Nation, in der sie ihre Kultur leben können, ünterstützen und sogar ein Herz für die als Terrororganisation eingestufte PKK haben.

Wie bin ich nun also zu der damaligen Auffassung gelangt, dass Israel sich wie Nazideutschland aufführt, die Palästinenser unterdrückt und sogar tötet? Ich war nicht uninformiert. Sondern fehlinformiert. Ich habe meine Auffassung aus den Informationen abgeleitet, die ich aus den renommierten Medien erhalten habe: Spiegel, Zeit etc. Hinterfragt habe ich es nie, denn meine Auffassung hat sich ja nicht von der meines Umfeldes unterschieden, so dass ich wohl unbewusst angenommen habe, dass es die „Wahrheit“ sei. Heute nennt man so etwas Filterblase.

Und wie habe ich diese Filterblase verlassen?

Indem ich, eigentlich auf der Suche nach Bestätigung für die Rechtmäßigkeit meiner Filterblase, zum Beginn des Krieges zwischen Gaza und Israel 2014 mich erstmals bei Twitter angemeldet habe, um über Accounts aus Gaza noch näher dran zu sein an dem, was dort vor sich geht. Ich habe also gezielt nach Accounts aus Gaza gesucht und bin ihnen gefolgt. Und tatsächlich: es schien sich zu bestätigen, dass die Israelis gnadenlos die Zivilbevölkerung angriffen, Schulen, Krankenhäuser, Wohngebiete bombardierten. Es gab viele Bilder von Chaos und Zerstörung, und immer wieder: tote Kinder. Es war entsetzlich.

Einen ersten Riss in meiner Welt gab es, als in mir die Frage auftauchte, warum aus Gaza weiterhin Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Sie waren ja hoffnungslos unterlegen, warum ergaben sie sich nicht einfach? Diese Frage stellte ich einigen Palästinensern aus dem Kriegsgebiet. Und ich erhielt keine Antwort bzw. wurde geblockt.

Weitere Risse traten auf, als andere Accounts aufdeckten, dass diverse Bilder von toten Kindern gar nicht aus Gaza stammten, sondern vielmehr aus dem Syrienkrieg. Ich hörte das erste Mal den Begriff „Pallywood“ und fand heraus, was es damit auf sich hat. Bei Interesse kann man dies auf Youtube recherchieren.

Der endgültige Sprung kam dann, als immer deutlicher wurde, dass die Palästinenser ganz gezielt ihre Raketenabschussbasen in Schulen und Krankenhäuser, in Wohngebieten, installierten, um israelische Angriffe auf diese Abschussbasen als Angriff auf die Zivilbevölkerung zu verkaufen. Und zudem von Israelis abgeworfene Flugblätter getwittert wurden, in denen die Zivilbevölkerung vor einem anstehenden Luftschlag gewarnt wurden, so dass sie sich rechtzeitig hätten retten können. Nebst Darstellungen, dass die Bewohner von der Hamas daran gehindert wurden zu fliehen. Aber auch Darstellungen von Palästinensern, die sich weigerten zu fliehen, um als Opfer israelischer Gewalt „der Sache zu dienen“.

All diese Eindrücke haben mir zu denken gegeben. Und rief in mir die Erinnerung an eine Begegnung mit einer Palästinenserin einige Jahre zuvor ins Gedächtnis. Sie war in Deutschland geboren und aufgewachsen, sprach dementsprechend fließend deutsch und würde als absolut integriert durchgehen. Sie war verheiratet, hatte zwei kleine Jungs. Wir kamen ins Gespräch und sie teilte mir mit, dass sie am liebsten nach Gaza ziehen würde. Auf meinen Einwand, dass es ihre Kinder hier doch sicher einfacher hätten, erwiderte sie, dass es ihr größter Wunsch sei, dass beide als Märtyrer im Kampf gegen die Juden umkämen. Mir fehlten damals die Worte, und auch die Informationen, um diese Äußerung einordnen zu können.

Doch nach dem Intermezzo auf Twitter bleibt nur ein Schluss, nämlich dass sie es ganz ernst damit meinen, dass sie den Tod mehr lieben, als wir das Leben. Und sie haben kein Problem damit, ihre Kinder zu opfern, „im Dienst der Sache“.

Um welche „Sache“ handelt es sich da?

Unsere westliche Auffassung greift zu kurz. Es geht nicht allein darum, dass Palästinenser für einen eigenen Staat kämpfen. Wäre es nur das, wäre das Thema längst vom Tisch und sie hätten sie, die „Zwei-Staaten-Lösung“.

Tatsächlich geht es darum, Israel als „jüdischen Schandfleck inmitten einer geschlossenen islamischen Umma“ auszuradieren. Es geht um politischen und militanten Islamismus.

Palästinensische „Flüchtlinge“ sind die einzigen, die ihren Flüchtlingsstatus weitervererben können. Ihnen wird bis heute in den moslemischen Staaten, in die ihre Vorfahren gegangen sind, die Staatsbürgerschaft verwehrt, sie werden als Menschen 2. Klasse in sog. Lagern gehalten, ohne Bürgerrechte zu erlangen, auch wenn diese „Lager“ bereits zu Städten geworden sind. (Z.B. Jarmuk in Syrien). Sie sind das Faustpfand islamischer Länder, um den Druck aufrechtzuerhalten, „zurückkehren zu wollen“, um endlich wieder eine echte Heimat zu haben.

Wie also bin ich letztendlich zum „Islamhasser“ geworden?

Die Entscheidung einzelner Menschen, sich einer bestimmten Religion zugehörig zu fühlen, interessiert mich nicht weiter. Ich vertrete das Grundrecht auf Religionsfreiheit für jeden. Im heutigen Islamverständnis gibt es allerdings neben der rein religiösen Ausrichtung (oder dem Kulturmoslem, analog zum wenig religiösen Kulturchristen) eine starke politische Dimension, die danach strebt, ihren Einfluss global zu verbreiten. Diese Richtung kommt einher mit einem vollständigen politischen System (Scharia), das in sich totalitär und faschistisch ist und allem widerspricht, was in der westlichen Welt an Werten hochgehalten wird.

Ich bin kein Gegner der Religion Islam (aber auch kein Freund), sondern Gegner der politischen Komponente des Islams, weil ich unsere Freiheitlich-demokratische Grundordnung schätze und schon rein aus Selbstschutz verteidige. Als „Islamhasser“ bezeichnen mich jene, die -wie ich früher- fehlinformiert sind und die Verschmelzung zwischen Religion und Politik im Islam nicht kennen. Die „Rassismus“ vermuten, wo es um „Antifaschismus“ geht. Die „positiven Rassismus“ als Lehre aus der deutschen Geschichte gezogen haben und sie damit wiederholen. Auch braune bärtige Männer und Kopftuch tragende Frauen können Arschlöcher sein.

Islamisierung – Fake News oder Fakt?

Spätestens, seitdem „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ regelmäßig auf die Straße gehen, scheiden sich die Geister, ob es diese Islamisierung tatsächlich gibt oder nicht.

Das gängige Gegenargument lautet, dass es lediglich 5% Muslime in Deutschland gäbe und es daher allein schon mangels Masse abwegig erscheine, von einer Islamisierung zu sprechen. Bundeskanzlerin Angela Merkel empfahl als christliche Gegenmaßnahme, öfter einmal in die Kirche zu gehen und Weihnachtslieder auf der Blockflöte zu spielen.

Verwunderlich ist hier der rein nationale Fokus, namentlich von jenen, die ansonsten gerne das große Ganze ins Spiel führen, den kleinteiligen Blick auf die Nation als zu kurz gesprungen ablehnen.

Um die Frage zu beantworten, ob es eine Islamisierung gibt, hilft es nicht, den Fokus auf den nationalstaatlichen deutschen Status Quo zu legen, sondern man muss einen vierdimensionalen Rundumblick in die Geschichte und die heutigen globalen Entwicklungen tätigen.

Bis noch vor 100 Jahren existierte das islamische Osmanische Reich als Imperium, das sich in seiner Blütezeit von Arabien bis tief nach Ost-Europa ausdehnte. Bis heute verstehen sich Länder von Mauretanien an der Westküste Afrikas über das gesamte Nordafrika und Teilen Ostafrikas bis in den Nahen Osten hinein als Teil der arabisch-islamischen Umma. In der Blütezeit des arabischen Imperialismus gehörte sowohl Spanien, als auch Nordindien bis hin nach Khorasan zum Einflussgebiet des Islams.

Mit dem Erstarken des „christlichen Westens“ fand die „Reconquista“ Spaniens statt, der Ausdehnung der Türken wurde vor den Toren Wiens Einhalt geboten. Frankreich unterband die Überfälle arabischer Sklavenhändler auf europäischem Boden und kolonialisierte Nordafrika. Das britische Empire eroberte weite Teile von bislang arabisch-islamisch besetzten Ländern wie den Nahen Osten und Nordindien. Dem Osmanischen Reich gab die Fehleinschätzung den Rest, sich sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg mit den Deutschen zu verbünden und folglich auf der Verliererseite zu stehen.

Der Niedergang des islamischen Imperiums wurde natürlich nicht einfach so hingenommen, sondern es wurde nach Ursachen gesucht. Der Gründervater der Muslimbruderschaft Sayyid Qutb führte diesen Niedergang darauf zurück, dass Muslime von der reinen Lehre des Islams abgefallen und dafür von Allah bestraft worden seien. Folglich bestand für ihn die einzige Option, wieder zur alten Größe aufzusteigen zu können darin, zum unverfälschten Islam zurückzukehren.

Was uns heute als Salafismus oder Wahhabismus bekannt ist, ist das Ergebnis solcher Vordenker wie Qutb. Das Ziel besteht darin, wie die Salafiyya, also die unmittelbaren Gefolgsleute Mohammeds, den Islam wie vor 1400 Jahren in seiner Reinform zu leben, um dafür mit der imperialistischen Weltherrschaft belohnt zu werden.

Der Islam hat somit in der Tat eine politische Komponente. Zum einen beinhaltet die islamische Lehre ein komplettes politisches Gesellschaftssystem mitsamt Gesetzgebung (Shari’a), zum anderen einen Missionierungs-, Unterwerfungs- und Ausbreitungsbefehl von Allahs Gnaden.

Gläubige, die diesem Ansatz folgen, sind Islamisten. Sie streben die globale Islamisierung an, die Wiederherstellung des islamischen Imperiums und die weitere Ausbreitung und das Leben nach der islamischen Gesetzgebung/Verfassung Shari’a.

Für die Umsetzung dieses Ziels wurden verschiedene Strategien entworfen. Der Jihad als „heiliger Krieg“ ist nur eine Form. Der von uns als Terrorismus bezeichnete Massenmord von ahnungslosen Zivilisten gehört dazu. Genauso sind Raubüberfälle und die Einstellung, dass Nichtmuslime für Muslime den Unterhalt aufzubringen haben, Teil des Islamismus. Im Koran sind diese Taten als Ghazwa und Jizyah festgeschrieben. Wir nennen es Raub und Schutzgelderpressung.

Eine weitere Strategie des politischen Islamismus ist es, die Gesetzgebung westlicher Länder dazu zu benutzen, um seinen Einflussbereich auszudehnen und bspw über die Religionsfreiheit bestehende Gesetze auszuhebeln und in Richtung Shari’a zu führen. Die Demokratie wird solange benutzt, bis man den Punkt erreicht hat, an dem man sie abschaffen kann. Etwas, das Deutschen bekannt vorkommen sollte.

Noch eine weitere Strategie stellt der sog Geburtenjihad dar, indem man darauf setzt, die Mehrheitsverhältnisse innerhalb eines Landes zu kippen durch eine hohe Geburtenrate bzw einheimische Frauen für seine Zwecke einzuspannen.

Der Islamismus ist eine politische Bewegung, die zuerst muslimische Länder gefressen hat. Die islamische Revolution im Iran hat die liberale Gesellschaft zerstört, in Afghanistan führte er zur Burka, der Libanon galt einst als (christliches) Paris des Nahen Ostens, in Algerien wurden ganze Dörfer ausgelöscht, in Mali kamen die Handabhacker.

Was uns Bio-Europäern entgeht ist, dass dieser Islamismus tatsächlich bereits in unsere liberale Gesellschaft eingedrungen ist. Er betrifft noch nicht so sehr uns, aber massiv Menschen aus islamischen Ländern, die sich hier niedergelassen haben, in der Hoffnung, Zuflucht vor den Islamisten ihrer Heimatländer gefunden zu haben. Dies betrifft Christen, Jesiden, Sufis und andere Angehörige nicht-muslimischer Gruppen, aber auch Muslime selbst. Kulturmuslime sind zunehmend dem Druck ausgesetzt, sich zu islamisieren, einen reaktionären Islam anzunehmen, Kopftuch zu tragen usw.

Liberale Muslime werden hier mit dem Tod bedroht, und zwar nicht von vereinzelt Verwirrten, sondern via Fatwa von Autoritäten der islamischen Welt.

Es mutet daher bizarr an, dass ausgerechnet Islamisten proklamieren, sich als Opfer von Islamophobie zu fühlen, während liberale Muslime wie Seyran Ates oder Hamed Samad Personenschutz benötigen. Vor Islamisten wohlgemerkt!

Anstatt dass liberale Muslime oder Exmuslime in unserer angeblich liberalen Gesellschaft absolute Unterstützung erhalten, werden sie stattdessen als islamophobe Hetzer diskriminiert, abgelehnt und ausgegrenzt. Während Islamisten hofiert werden, Fördergelder abgreifen und weiter zur Spaltung der Gesellschaft beitragen können.

Die Antwort auf die Frage, ob es europäische Islamisierung gibt, lautet also wie folgt:

Ja, sie findet statt. Und zwar mit freundlicher Unterstützung von sich als liberal empfindenden Progressiven, die vor lauter Antirassismus ihre eigenen Werte verraten und auch jene, die zwar Ausländer sind, aber westliche Werte hochhalten.

Warum Nationalismus gefördert, anstatt bekämpft werden muss

Wikipedia definiert Nationalismus wie folgt:
„Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen
Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.“

Betrachtet man menschliche Solidarsysteme, so ist die Kernfamilie Ausgangspunkt solidarischen Verhaltens.
Der Clan als erweiterte Großfamilie stellt die Weiterentwicklung dieser Solidargemeinschaft dar.
Die nächst größere Solidargemeinschaft ist der Zusammenhalt innerhalb einer kulturellen Ethnie.
Schließlich erwächst daraus das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Nation als Zusammenschluss unterschiedlicher Kulturen und Ethnien.

Darüber hinaus ist die Menschheit noch nicht gekommen, sondern der Zusammenschluss zu einer Nation ist bislang die höchste Solidarleistung,
die jedoch noch auf wackeligen Beinen steht.
Nationen bilden sich, zerbrechen, bilden sich neu.

Durch Kolonialmächte willkürlich gezogene Grenzen zur Einhegung neuer Nationen erweisen sich als besonders instabil.
Sie sind nicht natürlich gewachsen, sondern haben Ethnien und Kulturen zusammengefasst, die untereinander kein Solidargefühl entwickelt haben.
Nur zu oft resultiert daraus Krieg, Kampf um Ressourcen für die eigene Ethnie, den eigenen Clan.
Nationalismus lässt sich nicht erzwingen.

Der Kampfruf sich als links fühlender Aktivisten lautet: „Nationalismus raus aus den Köpfen“, während sie „Internationale Solidarität“ fordern.
Dahinter steht die Idee, dass der kleinteilige Nationalismus dem Ziel entgegenstünde, eine weltweite Solidargemeinschaft zu errichten.
Wie allen Ideologien zueigen, wird also zugunsten der IDEE die Realität und der tatsächliche Stand der Menschheit negiert und die höchste Kulturleistung des Menschen,
nämlich die Bildung von Nationalstaaten, angegriffen und als das personifizierte Böse betrachtet.
Dabei wird versäumt, die existierenden Alternativen in der Weltbevölkerung zu erkennen:
sie sind immer kleinteiliger als der Nationalismus. Am häufigsten herrscht der Tribalismus, die Clanstruktur.

Der Versuch, Nationen konföderal oder zentralistisch zusammenzufassen, führt stets zur Entsolidarisierung bis hin zum Auseinanderbrechen,
wenn die Zentralmacht schwächelt.
So brach die UdSSR auseinander, sobald die zentrale Sowjetmacht ihren Einfluss verlor.
Die USA versteht sich zwar als Einheit von 50 Bundesstaaten, doch schafft sie es nicht, eine Solidargemeinschaft in Form einer gesetzlichen Krankenversicherung aufzubauen,
da der New Yorker nicht einsehen kann, wieso er für die Gesundheitsvorsorge einer Kalifornierin verantwortlich sein sollte.
Und ebenso ist es dem Deutschen nicht eingängig, warum er für die Rente eines Griechen verantwortlich sein sollte, während der Niedersachse widerstandslos für den Bayern in die Rentenkasse einzahlt.

Jedem, der im sozialen Bereich tätig ist, ist die Anforderung geläufig, den Klienten da abzuholen, wo er steht.
Die Menschheit steht maximal bei der Bildung einer Nation als Solidargemeinschaft.
Die Nation ist der Goldstandard der menschlichen Entwicklung einer Solidargemeinschaft.

Man zerstört diese Gemeinschaft am ehesten, indem man in großem Maße kulturfremde Ethnien zuwandern lässt, die sich nicht mit der Ausgangsgesellschaft identifizieren,
und mit denen sich die Ausgangsgesellschaft nicht identifiziert. Dann wird die Frage immer drängender auftreten, warum man „für diese Anderen“ etwas leisten sollte.
Dies gilt sowohl für die Neuankömmlinge als auch für die, „die schon länger hier sind“.

Warum jetzt noch ein Blog?

Bei Twitter bin ich rausgeflogen, Facebook war noch nie meins. Jetzt blogge ich mal.

Ich glaube an freie Meinungsäußerung und sehe die sozialen Medien als Quantensprung an, um sich von der Vermittlung zwischen Nachricht und Journalisten zu emanzipieren.

Die 4. Gewalt war einst streitbar und divers, heute gibt es nur noch regierungskonformen Einheitsbrei. Nachdem Journalist eh keine geschützte Berufsbezeichnung ist, machen wir es uns jetzt eben selbst.